Roter Faden

Ich mailte meine Erzähler-Gedanken an meine Dialog-Partnerin. Sie beglückwünschte mich zu meinen Ideen, sagte, dass die sich für sie sehr stimmig anhörten und dass sie schon eine lebendige Vorstellung von meinem Erzähler habe. Aber etwas zu viel könnte es sein, sagte sie, zu viele unterschiedliche Aspekte, die ich ja beim Schreiben alle berücksichtigen müsse. Das könne mich unter Umständen überfordern, wie ein Jonglieren mit zu vielen Bällen. Aber da solle ich mich von meinem Instinkt leiten lassen. Die Aspekte, die sich beim Schreibprozess dann in den Vordergrund drängen würden, die seien es dann.

Ich freute mich über meinen Erzähler. Und machte mich an den Plot. Den solle ich erst einmal im großen Bogen umreißen, so groß, dass ich ihn für mich definieren könne, hatte mir meine Mentorin mit auf den Weg gegeben. Großer Bogen, gut. Ich beschrieb viele Seiten Papier und bekam einfach kein Gefühl dafür, wie dieser Plot aussehen könnte. Von Atmosphäre und ungefährer Richtung her ja. Aber wie konkret?

Das ist mein Status Quo. Über die Seite www.hyperwriting.de bin ich auf das Konzept der Heldenreise nach Joseph Campbell gestoßen, die mich sehr fasziniert. Das setzt in meinem Kopf Bilder frei, die mich dem Plot näherbringen. Ich fühle mich gerade selbst auf der Reise, auf der Suche nach meiner Geschichte. Das macht großen Spaß, ist aber auch nicht einfach. In manchen Momenten sehne ich mich nach einem „magischen Werkzeug“, das mythischen Helden zur Verfügung steht, wie der rote Faden, den Prinzessin Ariadne dem Theseus gibt, damit er durchs Labyrinth des Minotaurus findet …

 

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