Neue Farben

Nach einigen Wochen hatte ich einen Grundkonflikt und eine Prämisse definiert. Das fühlte sich für mich an wie der Grundstein meiner Geschichte. Wie jetzt weitermachen? Ich schrieb Ideen zu verschiedenen Figuren und Orten auf, die für die Handlung wichtig werden könnten. Und dann versuchte ich, meinen Erzähler zu finden: Erzählperspektive, Erzählstimme, Erzählstruktur. Dabei kam ich so richtig ins Schwimmen.

Ich vereinbarte einen neuen Termin mit meiner Coaching-Partnerin. Und während des Gesprächs wurde mir bewusst, wie wenig ich mich bisher mit grundsätzlichen Fragen einer Erzählerfigur auseinander gesetzt hatte. Mit einem Schlag sah ich die vielen Möglichkeiten, mit denen ich da spielen konnte. Ich war ganz überwältigt. Und verwirrt. Wo sollte ich denn da ansetzen?

Die Erzählperspektive war relativ schnell geklärt: Personal. Diese Perspektive passte am besten zu meiner Geschichte. Aber wollte ich meinem Erzähler „bloß“ eine charakteristische Stimme verleihen oder ihn eher als Figur anlegen, die so auch für die LeserInnen spürbar wird?

Die Notizen, die ich machte, gingen schnell in Richtung Figur. Mein Erzähler fing an zu leben, bekam eine Biographie, eine Persönlichkeit, einen Namen. Ich wurde euphorisch, begann damit zu spielen, was das für die Geschichte hieß, die dadurch ganz neue Farben bekam. Das war gut!

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